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Hinter dem Ohr Hörsystem

wird hinter der Ohrmuschel getragen und ist über einen Schallschlauch mit der Otoplastik verbunden. Diese wird nach Maß gefertigt und in der Ohrmuschel platziert. Bei starken Hörverlusten muß sie den Gehörgang ganz oder teilweise verschliessen, damit sich ausreichend Schalldruck aufbaut.

 

Bei leichten Hörverlusten wird sie offen und grazil gefertigt, um dem Ohr zusätzlich Schall auf natürliche Weise zuzuführen. So ist bei einer Vielzahl von Hörverlusten der Frequenzbereich zweigeteilt: die tiefen Töne werden noch gut gehört, aber die hellen Töne schlecht. In diesen Fällen ist es für eine gute Akzeptanz des Hörgerätes unumgänglich, die noch intakte Hörfähigkeit bei den tiefen Frequenzen zu nutzen. Diese können durch eine offene Otoplastik auf natürliche und unbeeinflußte Weise gehört werden. Das Hörgerät verstärkt nur die (hellen) Töne, bei denen eine Hörminderung vorhanden ist. Dadurch bleibt der natürliche Klang der eigenen Stimme erhalten und Kaugeräusche treten nicht unangenehm in Erscheinung.

 

Es gibt Hinter-dem Ohr Geräte in besonders kleiner Form für leichte und mittlere Hörverluste, Power Geräte mit hoher Verstärkung und Super Power Geräte für an Taubheit grenzende Hörminderungen.

 

Auf Wunsch sind alle Varianten mit Richtmikrofonen erhältlich, die das Verstehen bei Nebengeräuschen verbessern können. Geräte mit mehreren Hörprogrammen können für Situationen wie Mehr-Personen-Gespräche oder Fernsehen speziell eingestellt und vom Träger umgeschaltet werden.

 

Besonders leistungsfähige Techniken arbeiten mit Sprachanhebung und Störgeräuschreduktion. Die Sprachanhebung basiert auf Grundlage der spektralen Subtraktion in jedem einzelnen Frequenzkanal. Das Hörsystem ist damit in der Lage, Störgeräusche selbst in schwierigen Hörsituationen zu erkennen und zu reduzieren. Die modulationsbasierte Störgeräuschreduktion reduziert zudem Störgeräusche in reinen Störgeräuschsituationen ohne Sprache. Gute Hörsysteme arbeiten mit bis zu 16 Frequenzkanälen, Geräte mittlerer Qualität mit 6 bis 12 Kanälen und digitale Basisgeräte, für die kein privater Eigenanteil anfällt, mit 2 Kanälen.